Wird ausgerechnet Andrej Kramaric der Schlüssel zum Erfolg für Ante Cacic?

Morgen Abend bestreitet die kroatische Nationalmannschaft eines ihrer wichtigsten Länderspiele in der gesamten WM-Qualifikation 2018. Die Vatreni treffen in Rijeka auf Finnland und benötigen dringend einen Sieg um weiterhin im Rennen um ein direktes WM-Ticket zu bleiben. Durch die vielen verletzungsbedingten Ausfälle muss Nationaltrainer Ante Cacic zahlreiche Umstellungen innerhalb der Mannschaft vornehmen. Dabei könnte ausgerechnet Andrej Kramaric eine tragende Rolle spielen.

Ante Cacic und Andrej Kramaric kennen sich bereits seit geraumer Zeit. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der 26-jährige Stürmer nicht unbedingt das beste Verhältnis zum kroatischen Nationaltrainer pflegt. Cacic war derjenige, der Kramaric 2012 als „nicht gut genug“ für Dinamo Zagreb einstufte und den Offensivspieler „wegschickte“. Die beiden lieferten sich damals zudem einen kleinen (öffentlichen) Disput, welcher ebenfalls nicht unbedingt förderlich für das Verhältnis der beiden war. Über Lokomotiva Zagreb, Rijeka und Leicester City landete Kramaric im Sommer 2016 bei der TSG 1899 Hoffenheim und hat sich dort mittlerweile zu einem Stammspieler und Leistungsträger entwickelt.

Seit 2014 hat Kramaric 21 Länderspiele (5 Tore) für Kroatien absolviert. Auf den ersten Blick klingt das durchaus nach einer beachtlichen Anzahl an Spielen. Bemerkenswert dabei ist jedoch die Tatsache, dass Kramaric noch nie eine Partie über die komplette Distanz bestritten hat . Der Mittelstürmer kam bisher nicht über seine Rolle als Ergänzungsspieler innerhalb der Nationalmannschaft hinaus.

Kramaric und Raktic als Schlüssel zum Erfolg?

Durch die Ausfälle von Mateo Kovacic, Milan Badelj und Nikola Kalinic ist Ante Cacic gezwungen gegen Finnland sein zentrales Mittelfeld und die Offensive umzustellen. Ivan Rakitic wird aller Voraussicht nach seine Position hinter den Spitzen verlassen und neben Luka Modric ins Mittelfeld rutschen. Für Rakitic wird Andrej Kramaric als hängende Spitze mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von Anfang an spielen dürfen. Was Cacic vermutlic als „Notlösung“ betrachtet, ist für Rakitic und Kramaric der „Idealzustand“. Rakitic hat bereits in der Vergangenheit stets betont, dass er am liebsten im zentralen Mittelfeld spielt und nicht auf den Flügeln oder als klassischer Spielmacher. Kramaric hingegen wurde zuletzt häufig als Flügelstürmer von Cacic eingewechselt und bekommt nun endlich die Chance zentral hinter Mario Mandzukic anzugreifen.

Es gibt nicht wenige Fans und Experten in Kroatien, die solch eine Formation/Aufstellung bereits seit geraumer Zeit von Cacic einfordern. Nun wird es spannend zu sehen ob diese tatsächlich besser funktioniert als das „alte System“ von Cacic. Fakt ist, sollte Kroatien morgen nicht gegen Finnland gewinnen, dürften die Tage von Cacic als kroatischer Nationaltrainer gezählt sein.

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